Sportstättenfinanzierung
Dieses Thema betrifft unseren Verein nicht direkt, doch wenn wir über unseren Tellerrand hinausblicken, wird es im Zusammenhang mit dem geplanten Abriss der Tennishalle für den Neubau einer Multifunktionshalle bedeutsam.
Rückblick
Der Teller unseres Vereines betrifft ausschließlich die Nutzung der Außenplätze. Die ehemaligen Mitglieder unseres Vereines hatten über 15 Jahre Darlehen zur Errichtung von vier Tennisaußenplätzen abgezahlt; rund 20% der aufzubringenden Investitionssumme wurde damals vom Axel Springer Verlag gespendet. Seither zahlen wir eine kostenneutrale Pacht und haben stets die Mittel zur Instandhaltung der Außenplätze zur Verfügung gestellt.
Ungewöhnlich an dieser Tennisanlage ist, dass die Tennishalle nicht zum Verantwortungsbereich der Pächter, Mieter und Nutzer der Tennisaußenanlage gehört. Bereits bei Erstellung der Tennisanlage im Jahr 1980 war es so, dass die Tennishalle im Verantwortungsbereich des Betriebssportverbandes (BSV) lag; die ansässigen Tennisgemeinschaften hatten lediglich die Außenplätze finanziert. Um die Finanzierung der Tennishalle hat sich der BSV gekümmert; eine Protokollnotiz vom März 1980 deutet daraufhin, dass es eine „Zusage über öffentliche Mittel“ gab, die bei rund 45% der notwendigen Investitionssumme lag.
Es war damals klar, dass die Halle nicht nur von den auf der Außenanlage ansässigen Tennisspielern genutzt werden soll, sondern von allen tennisspielenden Betriebssportlern.
Die Einnahmen der Tennishalle dienten zunächst ausschließlich der Rückzahlung der aufgenommenen Fremdmittel und den notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen.
Der von den ansässigen Tennisgemeinschaften gebildete Verwaltungsausschuss hatte bezüglich der Außenanlage Entscheidungskraft, hinsichtlich der Tennishalle aber lediglich eine beratende Funktion.
Aktuelle Situation
Bei der öffentlichen Plandiskussion zum Stadtplanungsprojekt Hammerbrook 9 wurde am 25.02.2026 mitgeteilt, dass die Tennishalle durch eine Multifunktionshalle ersetzt werden soll. Völlig offen ist, wie eine solche Halle finanziert werden kann, zumal der Vertreter des Betriebssportverbandes bei der Veranstaltung mitteilte, dass der BSV das nicht finanzieren kann. Unklar ist auch, wie hoch die Kosten sein werden und wann diese Idee umgesetzt werden soll.
Angesichts der Planung der Deutschen Bahn, von 2034 bis 2042 das zweite Gleis inklusive Lärmschutzwand auf dem Streckenabschnitt von Berliner Tor bis Rothenburgsort zu verlegen, würde es Sinn machen, die Tennishalle abzureißen, wenn die Baumaßnahmen auf unserem Streckenabschnitt beginnen und den Bau der neuen Halle zu beginnen, wenn die Deutsche Bahn ihre Arbeiten auf diesem Streckenabschnitt beendet hat.
Doch was meint das Wort „Multifunktionshalle“? Auf der Veranstaltung am 25.02.2026 wurde deutlich, dass hier noch ein großer Gestaltungsspielraum besteht.
Angesichts einer stabilen Tennis-Nachfrage auf den Außenplätzen wie auch nach Hallenplätzen, ist deutlich, dass eine Tennishalle an diesem Standort benötigt wird. Gerade in der Tennishalle lässt sich eine stabile und wachsende Nachfrage von anderen Organisationen/Vereinen erkennen: regelmäßig spielen dort TuS Hamburg, SV St. Georg, Hochschulsport und neuerdings auch die Bucerius Law School, sowie für Punktspiele der ansässige Pöseldorfer Club, der ETV Eimsbüttel und der Club an der Alster. TuS Hamburg und SV St. Georg würden sich vermutlich freuen, wenn sie ebenfalls an diesem Ort ihre Punktspiele durchführen könnten.
Aus Sicht eines Tennisspielers ist klar erkennbar, dass eine Vier-Feld-Halle eine sinnvolle Investition wäre. Diese vier Felder lassen sich über dem Erdgeschoß realisieren – sie würden sich über dem Restaurant befinden und wohl noch etwas darüber hinweg ragen und sich am anderen Ende vermutlich ebenfalls etwas weiter als heute erstrecken. Eine Vier-Feld-Halle hätte den Vorteil, dass zwei Punktspiele parallel ausgetragen werden können und unter der Woche die starke Nachfrage besser bedient werden könnte.
Und genau an dieser Stelle hat bereits der Blick über den Tellerrand begonnen. Es geht für die weiteren Planungen nicht mehr nur um das, was diese Tennisanlage benötigt, sondern auch um das, was andere Vereine/Organisationen benötigen.
Für das Projekt Mitte machen wurde damals eine Projektskizze als Bewerbung eingereicht, die zwei Teilprojekte beinhaltete: ein Afrikanisch-Deutsches Community Center und die Sportanlage Beim Gesundbrunnen (die Umwandlung eines Natur- in einen Kunstrasen (Fußball), eine neue Flutlichtanlage, den Neubau eines Sportfunktionsgebäudes, einen Multifunktionsraum und eine Zweifeldhalle (Tennis)). Die Projektskizzen wurden schließlich nicht in die Antragstellung beim Bund aufgenommen – bei der Sportskizze gab es eine unklare Grundstückssituation (das Erbbaurecht zu Gunsten des TuS Hamburg sollte 2024 auslaufen und eine Übernahme in das bezirkliche Verwaltungsvermögen war nicht finanzierbar), der künftige Betrieb inkl. Gebäudeunterhaltung war ebenfalls nicht vom Bezirksamt finanzierbar und die grundsätzliche Bebaubarkeit des Grundstücks war ungeklärt.
Neben ungeklärten Grundstücksfragen ist die Finanzierbarkeit durch das Bezirksamt ein wichtiger Hinderungsgrund gewesen. Bei der Finanzierung geht es dem Bezirksamt Mitte wie vielen deutschen Kommunen – es fehlt das Geld. Und das, obwohl Hamburg als das Bundesland mit den meisten Millionären pro 100.000 Einwohner gilt (im Ortsvergleich aber nur an fünfter Stelle liegt) und nebenbei als Anteilseigener von Hapag Lloyd vor wenigen Jahren zweimal einen Geldregen erhielt.
Die weltweit fünftgrößte Reederei Hapag-Lloyd verzehnfachte seine Dividende auf 35 Euro (2022) und zahlte im Jahr darauf eine Rekorddividende von 63 Euro je Aktie (2023), was in die Hamburger Stadtkasse Beträge von rund 833 Mio. und rund 1.5 Mrd. spülte (die Stadt Hamburg hält über die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH ein Aktienpaket von und 14%, zwischen 2009 und 2017 waren es 23%). Wohin fließt das Geld? Der Hamburger Finanzsenator sagte am 08.04.2026: „Diese Einnahmen versickern nicht im Haushalt, sondern sie helfen uns im Konzern Hamburg, wichtige Projekte für die Mobilitätswende unter anderem bei Hochbahn und VHH sowie für die Energiewende insbesondere bei unseren Energieunternehmen zu realisieren."
Da die Dividende in den folgenden drei Jahren (2024-26) drastisch gekürzt wurde (€ 9,25 / 8,20 / 3,00), dürfen wir davon ausgehen, dass die Beträge bereits verplant sind. Und wie viel von den üppigen Zahlungen der Jahre 2022 und 2023 noch übrig ist, ist unklar.
Also: Woher sollen die Millionen kommen, die eine künftige Multifunktionshalle kosten wird?
Vom SKE/SJK- zum SKS-Programm
Bei der Suche nach der Antwort landen wir bei der Förderung bzw. Finanzierung von Sportinfrastruktur – das hat übrigens nichts mit der aktuellen Diskussion um ein Sportfördergesetz zu tun.
Wie wir beim Projekt Mitte machen und beim Projekt Horner Geest erleben durften, gibt es auch Projekte, die gemeinsam von Bund und Land finanziert werden. Eine erste Anlaufstelle dafür sind der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) wie auch die IAKS (Internationaler Arbeitskreis Sportstättenbau bzw. aktuell: Internationale Vereinigung für Sportstätten und Freizeitanlagen). Mitzudenken beim Sportstättenbau ist die ökologische Nachhaltigkeit.
Übergreifend ist zwischen der Förderung von Breiten- und Spitzensport zu unterscheiden – im Idealfall wird beides gefördert. In Hamburg-Altona wurde im November 2025 ein neues Leistungszentrum für Hockey eingeweiht, das Fördergelder aus einem Fördertopf des Bundes erhalten hatte (2,73 Mio. vom Bund und rund 10 Mio. von der Stadt Hamburg).
In der jüngeren Vergangenheit gab es verschiedene Förderprogramme des Bundes, die Sportstättenbau und -sanierung möglich machten.
In den Jahren 2015-2024 gab es für den Spitzensport eine Infrastrukturförderung Sportstätten von insgesamt 215 Mio. Euro plus 240 Mio. als Unterstützung für den Betrieb der Sportstätten. Aus diesem Topf hat Hamburg für die Bundesstützpunkte Hockey und Rudern Fördergelder erhalten. Für 2026 wurden mit der Infrastruktur-Offensive Spitzensport 150 Mio. in den Bundeshaushalt eingestellt. Den hoheitlichen Rahmen für diese Finanzspritzen liefern die Förderrichtlinien Sportstättenbau - FR Bau.
Für den Breitensport gab es das SKE/SJK-Programm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (rund 2,2 Milliarden von 2016-2023) und zum anderen das Bund-Länder-Programm Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten (rund 19 Mio. von 2020-2022, was im Vergleich zu den 2,2 Mrd. ein Tropfen ist). Die Fördersumme von 2,2 Mrd. ergibt über den Zeitraum von acht Jahren einen Durchschnittswert von rund 275 Mio. pro Jahr. Rund 80% der Gelder flossen in Sportstätten und 20% in den Bereich Kultur.
Als Nachfolger für das SKE/SJK-Programm wurde das Bund-Länder-Programm SKS aufgelegt (Sanierung kommunaler Sportstätten), die sogenannte Sportmilliarde – dieses Programm ist für die Jahre 2026-2029 geplant und hat aktuell einen Umfang von 666 plus 250 Millionen Euro (Sportstätten plus Schwimmbäder). Auf die vier Jahre verteilt ergibt sich bei einer Milliarde ein Durchschnittswert von 250 Mio. pro Jahr. Die ursprüngliche Idee der Arbeitsgruppe Sport in den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD hatte eine Milliarde pro Jahr vorgesehen, doch wurde das "pro Jahr" im Koalitionsvertrag gestrichen. Mit den 250 Mio. pro Jahr liegt das SKS-Programm rund 9% unter dem Vorgängerprogramm, aber "Sportmilliarde" klingt werbewirksam. Der Verteilungsschlüssel des SKS lautet: der Bund übernimmt 45% und die Kommune/Stadt 55% der Kosten.
Mit den 333 Mio. der ersten SKS-Tranche sind 314 Sportstätten gefördert worden - die Liste aller geförderten Projekte findet sich hier. Den 314 Zusagen stehen mehr als 3.600 eingereichte Projektskizzen gegenüber – das ist eine rund elffach höhere Nachfrage. Dies entspricht der letzten Förderrunde des SKE/SJK-Programms in 2023, wo es auf 812 Bewerbungen zu 68 Zusagen gekommen ist.
Die Summe der aktuell beantragten SKS-Fördergelder ergibt ein Antragsvolumen von 7,5 Milliarden, was gegenüber den bereitgestellten 333 Mio. eine 23fach höhere Nachfrage ist.
Doch leider hat der Bund als Fördergeldgeber anscheinend aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt, denn die Kritik am aktuellen SKS-Programm ist groß - sogar der DOSB ist enttäuscht. Und das, obwohl es seit April 2024 das Forschungsprojekt Öffentlichen Mitteleinsatz zielgerichtet steuern – Die optimale Gestaltung von Förderprogrammen zu Sportinfrastrukturen gibt und dazu im April 2025 ein Zwischenbericht veröffentlicht wurde, der von den Machern des SKS-Programms als Handlungsempfehlung hätte aufgegriffen und umgesetzt werden können. Im Februar 2026 wurde der Abschlussbericht veröffentlicht. Auf der Webseite des Projektleiters Prof. Dr. Lutz Thieme finden sich zudem Verweise auf Abschlussberichte des Forschungsprojektes “Schätzverfahren Deutscher Sportstätten”.
Wie groß ist der Bedarf?
Hinlänglich bekannt durch die öffentlichen Medien ist der Sanierungsbedarf an deutschen Schulen, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW - die 1948 gegründete größte deutsche Förderbank, die zu 80 % dem Bund und zu 20 % den Bundesländern gehört) im Jahr 2024 auf rund 55 Milliarden geschätzt wurde. Unklar ist, welchen Anteil Schulturnhallen an diesem Betrag haben.
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) sieht aufgrund einer von der KfW beauftragten repräsentativen deutschlandweiten Umfrage bei rund 950 Kommunen (Finanzabteilungen in Gmeinden, Städten und Kreisen) im Jahr 2024 aufgetürmte kommunale Investitionsrückstände für Infrastruktur in Höhe von rund 216 Milliarden Euro - allein im Bereich Sportstätten wird der Investitions- und Sanierungsbedarf auf rund 15,6 Milliarden beziffert. Der tatsächliche Bedarf könnte sogar bis 40 Milliarden betragen. Der DOSB sieht den Sanierungsbedarf bei der Sportinfrastruktur deutschlandweit bei mehr als 30 Milliarden.
Sind die Zahlen bereits beeindruckend, so macht folgendes Zitat aus einem KfW-Sonderbericht Sport nachdenklich:
"Investitionen in die Sportinfrastruktur zählen zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen. Sie kommen in der Haushaltspriorisierung erst nach den Pflichtaufgaben wie Schulen, Verwaltung oder Brandschutz zum Zuge und stehen im Wettbewerb mit anderen freiwilligen Leistungen wie Kultur und Wirtschaftsförderung. Angesichts der angespannten finanziellen Situation können viele Kommunen entsprechende Investitionen nicht aus den laufenden Haushalten stemmen." (eigene Hervorhebung)
Wesentlicher Sanierungsbedarf wird hauptsächlich bei Sporthallen und Hallenbädern im mangelhaften energetischen Zustand der Gebäudehüllen sowie im Zustand der sanitären Anlagen gesehen.
Zusammenfassung:
In einer nicht repräsentativen Umfrage des Difu wurde für den Bereich Sport ein Investitionsbedarf von rund 15,6 Milliarden genannt, der DOSB beziffert ihn auf mehr als 30 Milliarden und nicht genannte Quellen sprechen sogar von bis zu 40 Milliarden. Mit dem vergangenen SKE/SJK-Programm und dem aktuellen SKS-Programm standen/stehen für den Breitensport jährlich zwischen 250-275 Mio. zur Verfügung. Würde dieser Bereich auf 300 Mio. aufgerundet werden, würde der Investitionsbedarf erst in 52 oder 133 Jahren abgearbeitet sein. Während dieser 52 oder 133 Jahre würde der Investitionsbedarf von rund 15,6 oder 40 Milliarden vermutlich weiter steigen. Zusätzlich würden mit der jährlichen Inflation die Preise für den Bedarf steigen. Bei einer angenommenen stabilen Inflationsrate von 2-3 Prozent würde sich eine Preisverdoppelung in 35 / 24 Jahren ergeben. Die Schlussfolgerung ist also, dass die getätigten und geplanten Investitionen dem Bedarf für die nächsten 100-200 Jahre hinterherlaufen werden. Und in dieser Zeit werden sanierte und neu errichtete Sportstätten wieder zu Sanierungsfällen. Wie können die Kommunen aus diesem Teufelskreis der ständigen Sanierungs- und Neubaunotwendigkeiten herauskommen?
Die deutliche Überzeichnung des aktuellen SKS-Programmes zeigt den hohen Investitionsbedarf, und das abgelaufende Forschungsprojekt Öffentlichen Mitteleinsatz zielgerichtet steuern – Die optimale Gestaltung von Förderprogrammen zu Sportinfrastrukturen bearbeitete ein Problem beim zielgerichteten Fördermitteleinsatz, das nun hoffentlich gelöst wird.
Der Sport hat regierungsamtlich eine Aufwertung durch die am 6. Mai 2025 erfolgte Einführung einer Sportministerin erhalten.
Sportstättensituation in Hamburg
Hamburg tut sehr viel dafür, den eben genannten Teufelskreis zu durchbrechen. "Bis 2027 sollen alle Hamburger Sportanlagen saniert, um- oder neu gebaut sein." (Quelle)
Bemerkenswert für Hamburg ist, dass es zwischen 2011 und 2020 rund eine Milliarde in Sportstätten investiert hat und bis 2030 eine weitere Milliarde dazukommen soll. Im Vergleich dazu sind die Aufgaben im großen Flächenland NRW, das ebenfalls eine "Sportmilliarde" investieren will, viel größer. Da Hamburg mit seiner vergleichsweise winzigen Fläche einen so hohen Investitionsgrad für Sportinfrastruktur hat, könnte es möglich sein, dass Hamburg den Sanierungsstau tatsächlich abarbeitet.
In Hamburg gibt es eine schwer zu durchdingende Verwobenheit von Zuständigkeiten. Für die Finanzierung von Sportinfrastruktur liegen in Hamburg die Zuständigkeiten beim HSB (Hamburger Sportbund) und bei der IFB (Hamburgische Investitions- und Förderbank). Im Bezirk Mitte befindet sich das Fachamt Bezirklicher Sportstättenbau, das sich als Baudienstleister für alle sieben Hamburger Bezirke versteht. Mehrfach im Jahr tagt ein Beirat Bezirklicher Sportstättenbau, an dem die zuständigen Personen der sieben Hamburger Bezirke teilnehmen. Gleichzeitig gibt es den Unternehmensverbund Bildungsbau Hamburg, der sich auch dem Sport widmet und dabei mit der SBH - Schulbau Hamburg und der GMH - Gebäudemanagement Hamburg zusammenarbeitet. Für die Schwimmbäder liegt die Zuständigkeit beim Bäderland Hamburg. Schulische Sporthallen und ggf. sportliche Außenanlagen sind die Schnittstelle zum Vereinssport. Es gibt aber auch viele Sportarten und Vereine, die ihren Sport unabhängig von Schulen ausüben. Spezielle Sportanlagen sind dann noch die für den Leistungssport ausgerüsteten Bundesstützpunkte. Sämtliche bezirkliche bzw. städtische Flächen und Gebäude werden in der Regel eigentumsrechtlich von der LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen) verwaltet. Das Sondervermögen Schulimmobilien wird allerdings von der HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement) verwaltet. Schulen, Vereine und Leistugnszentren können über den entsprechenden Ansprechpartner versuchen, sich für Fördermittel des Bundes zu bewerben.
Mit den erwähnten zwei Milliarden für zwei Jahrzehnte nimmt Hamburg eine Sonderstellung im bundesweiten Vergleich ein, allerdings gibt es auch eine Mängelliste des Hamburger Sports.
Eine Sonderstellung hatte Hamburg auch beim vergangenen Bundesförderprogramm SKE/SJK - dort gab es im intransparenten Haushaltsausschuss anscheinend eine sehr fruchtbare Hamburg-Connection und grundsätzliche bürokratische Probleme mit diesem Förderprogramm,
so dass davon auszugehen ist, dass beim aktuellen Förderprogramm SKS Hamburg nicht mehr bekommen wird, als der Hansestadt nach dem umstrittenen Königsteiner Schlüssel zusteht - momentan sind es 2,6%.
Die erste SKS-Tranche in Höhe von 333 Mio. wurde am 22. April 2026 vergeben – davon gingen knapp 7 Mio. für neun Projekte nach Hamburg. Damit sind von den 333 Mio. rund 2% nach Hamburg geflossen - Berlin hat knapp 9 Mio. (2,7%) erhalten, dürfte aber laut Königsteiner Schlussel doppelt soviel wie Hamburg erhalten (5,2%).
Erstaunlich ist, dass von den 7 Mio. für Hamburg bewilligten Fördergeldern ein Betriebssportverein (Lufthansa SV) mit rund 1,7 Mio. den größten Anteil erhalten hat. Mit den 55%, die von der Stadt Hamburg dazu kommen, erhält der Lufthansa SV insgesamt 3,767 Mio. Euro.
Sollte der Betriebssportverband für die zukünftige Multifunktionshalle ebenso wie der Lufthansa SV in den Genuss einer Fördersumme kommen, so wird bei Kosten von vermutlich rund 10 Mio. Euro für den Abriss der alten und den Bau der neuen Halle noch immer ein großer Millionenbetrag übrigbleiben, der finanziert werden muss. Da der BSV diese Mittel nicht hat, bleibt also die Frage, woher die dann notwendigen Millionen kommen sollen.
Da das aktuelle SKS-Förderprogramm in 2029 ausläuft, das Hallenprojekt aber wohl frühestens Mitte der 2030er-Jahre umgesetzt wird, stellt sich die Frage, ob im Rahmen des SKS ein Antrag gestellt werden kann - vermutlich nicht. Die Hoffnung liegt dann auf einem Anschlussprogramm, oder die Stadt Hamburg bezahlt es vollständig aus dem eigenen Haushalt.
